23 Mai 2013

Glagolitentum

Posted by Srsen Zdenka

und Glagolitentum Kirche Insel KrkDer Philosoph Konstantin (Klostername Kyrillos) erfand im 9. Jh. bei der Bekehrung der Südslawen zum Christentum die glagolitische Schrift, deren Zeichen eher dem koptischen oder armenischen Alphabet ähneln als irgendeiner europäischen Schrift. Ungeklärt ist bis heute, ob die kyrillische oder die glagolitische Schrift die ältere ist. Die glagolitische Schrift entwickelte sich in zwei Stilrichtungen weiter: In der eckigen kroatischen und in einer runden Form. Immerhin fand die neue Schrift eine so rasche Verbreitung, dass Konzile, die 925 und 927 in Split stattfanden, Geistliche heftig Angriffen, die sich ihrer bedienten und zugleich in kroatischer Sprache statt in Latein predigten. Das Glagolitische geriet in kurzer Zeit zum Symbol des Widerstandes heimattreuer Slawen gegen die „fremde“, von Rom gelenkte Geistlichkeit. Die proslawischen Priester wurden als „glagoljasi“ verfolgt. Bei einem weiteren Konzil (1060) triumphierten die Anhänger Roms zwar endgültig über ihre Widersacher, doch hielt sich die Schrift ebenso wie das Altkroatische auf vielen Inseln, am stärksten jedoch auf Krk. Im 13. Jh. wurde das Glagolitentum im Bischofssitz Senj und auf Krk mit päpstlicher Genehmigung wieder zugelassen. Bis zum Ende des 15. Jh. wurden Bücher, Urkunden, Verzeichnisse und Statuten in glagolitischer Schrift gedruckt. Auch das erste gedruckte Buch der Südslawen, eine Messe aus dem Jahr 1483, ist in glagolitischen Lettern gehalten. Anfang des 16. Jh. gab es in Rijeka und auf Krk glagolitische Druckereien. Von nun ab blieb die Schrift nur noch kirchlicher Verwendung vorbehalten.
Der berühmte Codex aus dem Jahre 1395, auf den die französischen Könige den Amtseid schworen, ist glagolitisch geschrieben. Eine der ältesten Mitteilungen in kroatischer Sprache und in glagolitischer Schrift ist die in eine Steintafel geritzte Urkunde über eine Schenkung des kroatischen Königs Zvonimir an die Benediktiner. In Baska befindet sich heute nur eine Kopie der Tafel, das Original ist in Museum in Zagreb. Eine weitere glagolitische Tafel im Original kann man in der Ortschaft Valun auf Cres besichtigen.

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