9 Mrz 2012

Die Geschichte von Zagreb

Posted by Srsen Zdenka

Wo heute Zagreb liegt, bestand die Römersiedlung Andautonia (Funde aus der Römerzeit in Ethnographischen Museum) die um 600 n. Chr. jedoch verschwand. Das nächste greifbare Datum der Stadthistorie ist das Jahr 1903. Damals gründete hier der ungarische König Ladislaus ein Bistum. Um 1200 begannen die Bürger, die „Oberstadt“ (Gornji grad) mit einer Mauer zu umgeben, was sich als erwies, als 1242 die nach Kroatien eingefallenen Mongolen gegen die Befestigungen anstürmten – aber vergebens. Der nach Zagreb geflüchtete kroatisch-ungarische König Bela IV., den die Mauer vor der Gefangennahme bewahrt hatte, erhob Zagreb aus Dankbarkeit zur „Freien und Königlichen Stadt“.
Gegenüber der bewehrten Oberstadt war seit der Erhebung zum Bistum auf einem zweiten, niedrigeren Hügel die Stadt der Geistlichkeit, „Kaptor“ (Kapitelstadt) genannt, entstanden. Die Rivalitäten zwischen den jeweiligen Herrschern auf den beiden Hügeln arteten zuweilen in „kalte Kriege“ aus und beeinflussten die Politik weit über die Stadt hinaus. Den Türken gelang es indessen nie, Zagreb zu erobern.
1669 wurden die Zagreber Universität gegründet. Im 17. Und 18. Jh. bestimmten Adel, Geistlichkeit und Besitzbürgertum das von wachsenden Wohlstand geprägte Leben der Stadt, die sich von den Hügeln immer mehr zur Sava hin ausbreitete. Während die gebildete Schicht noch in den ersten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts fast ausschließlich Deutsch als Umgangssprache benutzte, wurde 1847 das Kroatische zu Amtssprache erklärt. Auch heute beherrschen noch viele ältere Bürger Deutsch und die jungen Menschen lernen die Sprache in den Schulen. Im zweitem Weltkrieg blieb Zagreb von Zerstörungen weitgehend verschont. Neue, moderne Stadtviertel, weiter wachsende Satellitenstädte sind auf dem rechten Save-Uferentstanden. Zagreb ist heute einer der führenden Messplätze Osteuropas.

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